Wie htp ein unbesetztes Rechenzentrum vom Parkplatz bis zum Serverschrank absichert

Die htp GmbH ist einer der leistungsfähigsten regionalen Telekommunikationsanbieter Deutschlands. Im Wirtschaftsraum Hannover, Braunschweig und Hildesheim versorgt das Unternehmen Privat- und Geschäftskunden mit Telefon- und DSL-Anschlüssen, Mehrwertdiensten und Netzwerkservices. Der Internet- und Datenverkehr läuft über drei eigene, besonders gesicherte Rechenzentren. Das größte umfasst 4.000 Quadratmeter, wird ohne Personal vor Ort betrieben und bietet 1.200 Quadratmeter Nutzfläche tief unter der Erde. Zutrittskontrolle, Freigabe der Serverschränke, Steuerung der Einbruchmeldeanlage, Schlüsselverwaltung und biometrische Identifikation basieren vollständig auf Primion Technologie mit prime WebAccess und hochintegrierten IDT 32 Controllern.

htp building

Ein unterirdisches Rechenzentrum für den Bankensektor

Die Anlage wurde ursprünglich von GAD errichtet, einem IT-Dienstleister und Softwarehaus für rund 450 Banken. Dafür war eine hochverfügbare, besonders geschützte Umgebung für die Bankanwendungen der Volksbanken und Raiffeisenbanken erforderlich. So entstand eine Infrastruktur, auf der htp aufbauen konnte. Mehrere hochbitratige Datenleitungen verbinden den Standort mit dem Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz von htp. Die redundante Struktur sorgt für eine sehr hohe Verfügbarkeit.

Das prägende Merkmal des Sicherheitskonzepts ist die in der Region nahezu einzigartige unterirdische Bauweise. Die 1.200 Quadratmeter Nutzfläche liegen tief unter der Erdoberfläche und sind dadurch vor allem gegen äußere Gewalteinwirkung geschützt. htp investierte mehr als zwei Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung des Hochsicherheitskonzepts. Ziel war eine TÜV-IT-Zertifizierung auf einem der höchsten Sicherheitsniveaus. Für die Anerkennung von Komponenten und Systemen durch die VdS Schadenverhütung GmbH liegt bereits ein Zertifikat vor.

Drei Personengruppen, kein Personal vor Ort

Die Anforderungen an das Zutrittsmanagement waren hoch. Ein einheitliches Konzept musste drei unterschiedliche Personengruppen steuern, die sich im selben Gebäude bewegen: Kunden von htp, eigene Mitarbeitende und externe Kräfte.

Gleichzeitig musste das System ohne Personal vor Ort funktionieren. Da das Rechenzentrum unbesetzt für Kunden betrieben wird, durften Komfort und einfache Bedienung nicht zulasten der Sicherheit gehen.

Ein passiver Ausweis für alle Sicherheitsbereiche

htp definierte einen klaren Anforderungskatalog für das System:

  • Ein passives Identifikationsmedium für Zutrittskontrolle, Serverräume und Serverschränke sowie für die Steuerung der Einbruchmeldeanlage und die Schlüsselverwaltung.
  • Eindeutige Identifikation von Personen anhand eines biometrischen Merkmals.
  • Eine Schnittstelle zum Gebäudemanagementsystem.
  • Ständige Kontroll- und Kommunikationsmöglichkeit durch die htp-eigene Netzleitstelle.

Was die Systemarchitektur leisten musste

prime WebAccess wurde in die bestehende Netzwerk- und Datenbankstruktur integriert und erfüllte die Anforderungen an Videoüberwachung, Fernsteuerung, Protokollierung und Meldungsweiterleitung.
Drehkreuze, Personenschleusen und Türen werden über hochintegrierte IDT 32 Zutrittscontroller gesteuert. Auch die Bedien- und Anzeigeeinheiten der Einbruchmeldeanlage sind an diese Controller angeschlossen.

Im inneren Sicherheitsbereich

Der Zutritt zum inneren Sicherheitsbereich erfolgt über eine Personen- und Materialschleuse. Dort identifiziert ein Fingerabdruckleser jede Person sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen eindeutig.

Alle Drehkreuze und Schleusen arbeiten mit Anti-Passback. Dadurch kann ein Ausweis weder zurückgereicht noch doppelt verwendet werden, und jede Person wird eindeutig einem Bereich zugeordnet. So lässt sich jederzeit feststellen, wer sich in welchem Sicherheitsbereich befindet. Sobald ein Bereich frei ist, kann die Einbruchmeldeanlage automatisch scharfgeschaltet werden. Dieselbe Bereichszählung versorgt auch die Schnittstelle zum Gebäudemanagement: Sie gibt die Beleuchtungssteuerung frei und schaltet das Licht in ungenutzten Bereichen automatisch aus.

Schlüssel, Serverschränke und lückenlose Protokollierung

Auf Schlüssel konnte nicht vollständig verzichtet werden. Deshalb wurden sie in dasselbe System integriert. Mitarbeitende von htp und externe Kräfte entnehmen die für Wartungsarbeiten benötigten Schlüssel aus einem Schlüsseltresor und geben sie dort wieder zurück. Der Ausweis identifiziert die Person, ihr Berechtigungsprofil legt fest, welche Schlüssel sie entnehmen und zurückgeben darf, und die Software protokolliert jeden Vorgang.

Auch einzelne Serverschränke werden nach demselben Prinzip verwaltet. Ein zentraler Leser gibt vermietete Serverschränke gemäß dem Berechtigungsprofil des Kunden frei und verriegelt sie nach einem einstellbaren Zeitraum automatisch wieder. Auch diese Vorgänge werden in prime WebAccess protokolliert.

Vom Parkplatz bis zum Serverschrank

Das Ergebnis ist ein durchgängiges Zutrittsmanagementsystem, das alle Stationen vom Parkplatz bis zum Serverschrank abdeckt, von htp Kunden genutzt wird und die Sicherheitsanforderungen des Standorts erfüllt.

quote

Das Sytem in Zahlen

4,000 m²

Gesamtfläche des Rechenzentrums unter einem einheitlichen Zutrittsmanagementsystem.

1,200 m²

Nutzfläche tief unter der Erde.

3

IDT 32 Controller zur Steuerung von Drehkreuzen, Schleusen und Türen.

Eine Partnerschaft, die über das Rechenzentrum hinausgeht

Das Ergebnis ist ein durchgängiges Zutrittsmanagementsystem, das jeden Schritt vom Parkplatz bis zum Serverschrank abdeckt. Mit nur einem Ausweis gelangt eine Person durch Drehkreuz, Schleuse und Serverraum bis zum Serverschrank. Jede Bewegung wird protokolliert, jeder Schlüssel ist nachvollziehbar. Das Vertrauen aus der engen Zusammenarbeit am Rechenzentrum führte zu einem Folgeprojekt für Primion in der Unternehmenszentrale der htp GmbH. Für die Kunden von htp erfüllt die Anlage genau das, was ein unbesetztes Rechenzentrum leisten muss: Sie können rund um die Uhr auf ihre eigene Technik zugreifen, ohne dass Personal vor Ort sein muss. Gleichzeitig werden die Sicherheitsanforderungen erfüllt, für die der Standort konzipiert wurde.

Implemented Products

prime WebAccess

Schützen Sie Gebäude und Werte vor unberechtigtem Zutritt durch flexible, zuverlässige Systeme.
Type: Software

prime SecurityManagement

Eine modulare Sicherheits­management-Plattform, die verschiedene Sicherheits­systeme integriert und zentral steuert für ein skalierbares Gefahren­management.
Type: Software

IDT 32

Steuereinheit für Alarmüberwachung, Brandmeldeanlagen und Videoüberwachung.
Type: Hardware

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